Die Bärenhaltung auf dem Schloss in Český Krumlov am Anfang des 20. Jahrhunderts, ein historisches Foto von Josef Wolf Das Krumlover Schloß ist an vielen Stellen mit prächtigen Wappen der Herren von Rosenberg mit der roten fünfblättrigen Rose auf silbernem Grund verziert. Als Wappenträger sieht man in diesen Wappen Bären. Nach den Familienlegenden waren die Rosenberger mit dem italienischen Adelsgeschlecht Orsini verwandt. Orsa heißt italienisch Bärin, und gerade mit diesem Tiermotiv bekannten sich insbesondere die letzten Rosenberger Herrscher im 16. Jahrhundert zur Verwandtschaft mit dem Adelsgeschlecht Orsini. Sie haben dieses Motiv auch in ihrem heraldischen Wappen, wo ein Bärenpaar als Wappenträger abgebildet ist. Diese angebliche Verwandtschaft sollte das hohe Alter des Rosenberger Geschlechts und seinen Ursprung bereits im alten Rom belegen.

Die ersten Aufzeichnungen über die Bärenhaltung im Schloß Český Krumlov stammen gerade aus der Zeit Wilhelms von Rosenberg, also aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wo damals der Bärenzwinger stand, ist nicht bekannt. Der heutige Bärengraben (I. Schloßhof des Schlosses Český Krumlov) war es bestimmt nicht, weil der erst zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, also am Anfang des 17. Jahrhunderts, entstanden ist. Die ersten Berichte über die Bären im Graben stammen von 1707, als dort vier Bären waren. Von den 30er bis in die 90er Jahre des 18. Jahrhunderts wurden ununterbrochen Bären im Schloßgraben gehalten. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren dort keine Tiere. Erst 1857 hat Karl zu Schwarzenberg aus der Orlik-Linie für Johann Adolf II. zu Schwarzenberg ein Bärenpaar aus Siebenbürgen besorgt. Als Tierpfleger wurde Jan Jindra mit dem Titel Bärenzüchter ernannt, der diese Funktion ganze 30 Jahre ausgeübt hat. Die Zahl der Bären wurde durch Einkauf von Tieren in Tiergärten, eigene Zucht und Geschenke von befreundeten Adeligen aufrechterhalten. Ab 1887 war der Graben aber wieder leer. Im Jahre 1907 hat Prinz Sigismund Schönburg-Waldenburg den Schwarzenbergern die zwei Bärinnen Ruschi und Ajax geschenkt, die aus dem Gehege Kynžvart herbeigebracht worden waren. Die erste davon lebte bis 1930, die andere bis 1935.

Schloss Český Krumlov, Bärengraben nach der Erneuerung im August 1999, österreichische Bärin Maria Theresia auf dem Baum, Foto: Martin Švamberg

Derzeit werden im Graben vier Bären gehalten, nämlich Vok und Kateřina und deren Jungen Daxi und Hubert, für die der Bärenzüchter Jan Černý sorgt. Heute leben die Bären nicht in idealen Bedingungen. Die Leitung der Staatlichen Burg und des Schlosses Český Krumlov in Zusammenarbeit mit der Stiftung des Barocktheaters streben die Renovierung des Bärenzwingers und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bären an. Derzeit wird an einer Studie der Rekonstruktion der Bärenzwinger auf dem Schloß Český Krumlov gearbeitet. Deren Umsetzung wird aufwendig werden, und deshalb sind wir für jede Hilfe bei der Lösung dieses Problems dankbar.

Bärenzüchter Jan Černý mit der Bärin Katharina im Bärengraben auf dem Schloss Český Krumlov Bärenzüchter Jan Černý mit dem Bären Hubert im Bärengraben auf dem Schloss Český Krumlov

Trotz aller Schwierigkeiten wird den Bären maximale Aufmerksamkeit gewidmet, insbesondere seitens des Bärenzüchters Jan Černý, der auch der Initiator der regelmäßigen Festlichkeiten des Bären auf dem Schloß Český Krumlov ist, die zum Geburtstag der Bären und zu Weihnachten veranstaltet werden. Diese Bärenfeste wecken seit Jahren die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien.

Bärin Katharina im Bärengraben auf dem Schloss Český Krumlov Hilfe für die Aufrechterhaltung der Bärenzucht in Český Krumlov

Konto :
ČSOB Český Krumlov
6704241 - 248/0800

Ansprechpartner :
Jan Černý - Bärenzüchter
Zámek II. nádvoří
38101 Český Krumlov

(mh)

DMO Český Krumlov, z. s.